Deutschherrenhaus

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Geschichte

Das Deutschherrenhaus in Koblenz war die erste Niederlassung des Deutschen Ordens im Rheinland überhaupt. Erzbischof Theoderich von Wied rief 1216 die Ritter des Deutschen Ordens nach Koblenz und schenkte ihnen einen Teil des Geländes der Kastorkirche mitsamt dem dort befindlichen St.-Nikolaus-Krankenhaus. Eine Motivation für die Ansiedlung des Ordens war in dessen Eignung für die Krankenpflege zu sehen.

Unmittelbar an der Ecke, wo die Mosel in den Rhein fließt, entstand bald danach eine Deutschordensniederlassung. Sie wurde Sitz einer Ballei, die dem Hochmeister des Ordens direkt unterstellt war. Seit dieser Niederlassung des Deutschen Ordens trug diese Stätte zunächst die Bezeichnung "Deutscher Ordt" und dann den Namen "Deutsches Eck". Mit Bau des Kaiser-Wilhelm I.-Denkmals 1897 verlagerte sich der Name "Deutsches Eck" vom Gelände der Deutschordensniederlassung auf das Areal des Denkmals.

Die Ballei Koblenz besaß weit verstreuten Landbesitz, seit 1263 auch das Dorf und die Kirche in Elsen im heutigen Rhein-Kreis Neuss. Elsen war das einzige reichsunmittelbare Territorium im Besitz der Ordensballei Koblenz. Dadurch hatte der Landkomtur ein Mitspracherecht in den Organen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Die Gräfin Mechtild, Witwe des Grafen Heinrich III. von Sayn (1202-1246), vermachte nach dem Tode ihres Gatten die schon bestehende Pfarrei Waldbreitbach (Kreis Neuwied) dem Deutschen Orden. Nach 1313 gelangte die "Kommende Breitbach" in die Zuständigkeit des Komturs zu Horneck (am Neckar). Bis zur Auflösung des Deutschordens (1803) verblieb die Pfarrei sodann bei der Ballei Koblenz.

Komture der Ballei Koblenz
Name des Komturserste Erwähnungletzte Erwähnung
Ludwig12191231
Walter de Porta Castri12491272
Matthias von Lonnich12741295
Dirk von Holland12971304
Jakob1309
Winrich von Baesweiler13151318
Jakob von Trier13241339
Johann von Langerak13401346
Christian von Binsfeld13491360
Rüdiger von Friemersheim13611375
Gottfried von Bicken13791382
Berthold Kriskorb13821387
Adolf von Virmond13891392
Gerhard von Fischenich13941395
Balduin Staël von Holstein13971399
Winrich von Rheindorf14001402
Albrecht von Thunen14051410
Wilhelm von Wittlich1411
Konrad von Buchseck14121414
Gerhard von Benesis14161431
Philipp von Kendenich14321435
Eberhard von Nackenheim14351439
Philipp von Kendenich14391442
Eberhard Thyn von Schlenderhahn14421446
Klaus von Gielsdorf14461460
Lambert von Neudorf1461
Heitgin von Miele1463
Werner Overstolz14641483
Hans Scherfchen14831486
Werner Spies von Büllesheim14861501
Ludwig von Seinsheim15011524
Herzog Erich von Braunschweig1524
Isenburg15241525
Anton von Weyer zu Nickendich1551
Otto von Gunß1578
Reinhard Scheiffart von Merode15781598
Adolf von dem Bongart15981631
Johann Friedrich von Syburg16311639
Werner Spies von Büllesheim16391643
Johann von Elleren zu Oest16431646
Heinrich, Freiherr von Reuschenberg16461677
Goswin Scheiffart von Merode16771685
Johann Carl Goswin, Freiherr von Nesselrath16851698
Carl Gottfried von Loe16981716
Jobst Moritz, Freiherr von Droste zu Senden17161754
Ignaz Franz Felix, Freiherr von Roll zu Bernau17541792
Carl Franz Friedrich, Freiherr Forstmeister zu Gelnhausen1792Säkularisation (1805)

Bauten

Aufgrund der Zerstörungen während der Luftangriffe von 1944 und der anschließenden Abrissarbeiten haben sich von den Wohn- und Hofgebäuden, die in drei Flügeln einen nach Süden offenen Hof umstanden, nur noch Teile erhalten.

Des Weiteren sind vorhanden:

Das "Ludwig Museum" ist die fünfte vom Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig initiierte Kunstsammlung in Deutschland, und wurde im September 1992 mit der Ausstellung „Atelier de France" eröffnet.

Bereits 1985, anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Stadt Koblenz, trug Peter Ludwig seine Vision eines Museums für zeitgenössische Kunst im Deutschen Eck, zwischen Kaiser-Wilhelm-Denkmal und St. Kastor, vor. Es folgte 1988 zunächst die Ausstellung „Kunst heute in Frankreich" im Haus Metternich, die Aspekte der neueren französischen Kunst aus der Sammlung Ludwig erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Kurz darauf gelang es der Stadt, die ehemalige "Kommende der Deutschherren" (das so genannte Deutschherrenhaus) zu erwerben. Der Ankauf des im Kern auf das 13. Jahrhundert zurückgehenden Gebäudes und dessen Umbau wurde durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert.

Die Ausrichtung des Museums auf französische Kunst des 20. Jahrhunderts, vornehmlich der Entwicklungen nach 1945 bis hin zu aktuellen Positionen, ist in Deutschland einmalig. Das Ludwig Museum nutzt neben seinen Ausstellungsräumen auf vier Etagen auch den angrenzenden „Blumenhof", der sich als Ausstellungsfläche für markante dreidimensionale Arbeiten anbietet. Zu den Beständen des Museums gehören hier der „Daumen" von César und die Installation „Stätte der Erinnerung und des Vergessens" von Anne und Patrick Poirier, die diese Arbeit eigens zur Museumsgründung für diesen Ort entwickelt haben

Literatur

Weblinks

Artikelquelle

Artikelquelle

Dieser Artikel basiert auf dem Wikipedia-Artikel Deutschherrenhaus_Koblenz vom 17. Mai 2009, 07:40 Uhr. Eine Liste der Autoren des Ursprungsartikels ist in der Wikipedia zu finden.

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