Kaiserin-Augusta-Denkmal

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Kaiserin Augusta Denkmal

Dem Salve- oder Luisentempel gegenüber ist der Ausgangspunkt der historischen Rheinanlagen, der Luisenplatz. Hier wurde am Mittag des 18. Oktobers 1896 das letzte Monument zur Erinnerung an die mittlerweile verstorbene Kaiserin enthüllt. Das Erinnerungsmal zeigt die sitzende Potraitstatue Augustas in antikem Gewand aus carrarischem Marmor in anderthalbfacher Lebensgröße im siebzigsten Lebensjahr, umgeben von einer Pergola, an deren Enden zwei kleine Brunnen stehen. Die sitzende Figur hat von der Fußplatte bis zum Scheitel eine Höhe von zwei Metern und steht auf einem 1,35 Meter hohen Sockel. Die Sockelplatte ist 1,5 Meter lang und einen Meter breit (

).

Geplant und ausgeführt wurde das Denkmal vom Karlsruher Bildhauer Professor Friedrich Moest und vom Architekten Bruno Schmitz, dem späteren Schöpfer des Deutschen Ecks.

Auf der Rückseite, einem Blumenbeet zugewandt, ist eine Aufschrift in das Mal eingehauen:

Der unvergeßlichen Kaiserin Augusta

Die dankbare Bürgerschaft der Residenzstadt Coblenz

Errichtet 1895-1896

Der Errichtung war eine 6-jährige Planungsarbeit, Organisation von finanziellen Mitteln und zwei Preisausschreiben vorausgegangen:

Bereits am 15. Januar 1890 - 8 Tage nach dem Tod der Kaiserin - war in der Stadtverordnetenversammlung eine Denkmalssetzung vorgeschlagen worden. Die Verwirklichung wurde von dieser bis zur endgültigen Entscheidung der Provinzialregierung über die Errichtung des rheinischen Provinzialdenkmals (Deutsches Eck), die Ende 1890 fallen sollte, verschoben. Für den Fall, dass Koblenz nicht den Zuschlag eines solchen bekommen sollte, würde die Stadt aus eigenen Mitteln ein gemeinsames Denkmal für das Kaiserpaar errichten.

Die Entscheidung hierüber wurde aber immer weiter aufgeschoben, sodass die Stadtverordnetenversammlung am ersten Todestag 1891 der Kaiserin erklärte, 30 000 Goldmark für die Aufstellung einer Büste an einem noch unbestimmten Ort in den Kaiserin-Augusta-Anlagen bereitzustellen. Zusätzlich wurde ein „Comitee zur Errichtung des Kaiserin-Augusta-Denkmals“ eingesetzt. Eine Woche später wurde der erste Wettbewerb für das Denkmal ausgeschrieben und ein siebenköpfiges Preisgericht nominiert, dem ausschließlich Koblenzer Prominente angehörten. Der Entwurf von Moest, die sitzende Augusta mit architektonischem Unterbau, ging daraus als Sieger hervor. Sein ursprünglicher Vorschlag wurde etwas nach dem 2. Wettbewerb 1893 abgewandelt, indem ein monumentaler Überbau, eine Pergola und das kleine Beet zu Füßen der Kaiserin hinzugefügt wurden. Im Februar wurde der bis zum Ende durchgeführte Spendenaufruf an die Koblenzer Mitbürger gestartet, der insgesamt fast 100 000 Mark zusammenbrachte.

Erst ein Jahr später begannen die Beratungen zur Wahl des Standortes. In Frage kamen das Schlossrondel vor ihrem alten Wohnsitz, der Platz des Schenkendorfdenkmals oder der Luisenplatz mit dem gegenüberliegenden Luisentempel. Am 20. Juni 1882 entschied sich das Denkmalkomitee für den Luisenplatz, der infolge der Bauarbeiten für die Fundamentierung am 1. Oktober 1883 100 m rheinabwärts verschoben wurde.

Nachdem Professor Moest den Auftrag für die bildhauerischen Teile erhalten hatte, wurde am 15. Januar 1883, genau drei Jahre nach dem ersten Vorschlag für ein Denkmal, ein weiterer Wettbewerb für den architektonischen Über- und Umbau ausgeschrieben. Bedingungen waren unter anderem:

§ 1: Der Blick auf die über den Rhein schauende Portraitstatue durfte nicht verdeckt werden.</br> § 3: Die Kosten für den Überbau durfte die Summe von 35 000 Mark nicht überschreiten.</br> § 4: Die Vorschläge mussten bis zum 1. April an den Vorsitzenden des Komitees eingesandt werden.

Am 27. April gab Oberbürgermeister Schüller die Namen der Gewinner bekannt. Unter 41 Einsendungen aus dem ganzen Reich gewann Architekt Bruno Schmitz. Er erhielt als Honorar 500 Mark. Zweiter mit 300 Mark wurde Regierungsbaumeister Wilhelm Scholter aus Stuttgart, dritter der Posener Regierungsbaumeister Kothe (200 Mark).

Noch im Juni beschloss die Denkmalskommission, dass Schmitz' Entwurf ausgeführt werden solle. Seinen Vorschlag beschrieb Prinz Leopold am Einweihungstag wie folgt: "aus einem erhöhten mittleren zur Aufnahme der Statue dienenden Hauptteil, flankiert von zwei Flügeln, die durch Eckpfeiler begrenzt sind. Der runde Hauptteil öffnet sich nach vorne in eine halbkreisförmige, nach oben muschelartig geformte und von zwei ionischen Säulen eingefasste Nische. Über den Säulen befindet sich ein Hauptgesims, ein reichgegliederter, an der Basis von vier Adlern flankierter und an der Spitze mit den auf polsterförmiger Grundlage ruhenden Kaiserinsignien bekrönter, pyramidenförmiger Aufbau. [...] Die niedrigen, leicht gekrümmten Flügelbauten sind bis zur Basis der Statue als kräftige Quaderwerkzeuge gestaltet, während sie oben durch zwei Wände und zwei freistehende Pfeiler gegliedert sind. Über den Pfeilern schließen sich die Mauern wieder und erhalten durch leicht hervortretende Platten ihren Abschluss. Die Teile unter den Säulen sind durch flach modellierte Reliefs geschmückt. (Aus Kostengründen wurde auf die ursprünglich geplanten Bronzereliefs verzichtet) Das Relief auf dem südlichen (linken) Flügel zeigt die Gründung des Roten Kreuzes, die u. a. auf die Anregung Kaiserin Augustas zurückgeht. Man sieht links einen schwer verwundeten Krieger, von zwei Schwestern liebevoll gepflegt; daneben hält eine weibliche Figur das Emblem des Roten Kreuzes. Das Relief auf dem anderen Flügel zeigt die 'Confluentia', als anmutige Frau am Ufer des Rheins liegend. Daneben steht ein Genius mit dem Wappen der Stadt, die mit dem (z. Zt. der Erbauung des Denkmals noch nicht ausgeführten) Provinzialdenkmal am Deutschen Eck geschmückt, im Hintergrund erscheint. An den jeweiligen Enden der Flügel stehen je vier wuchtig gestaltete, mit reich verzierten Aufsätzen gekrönte Pfeiler. Die beiden Seiten der Pfeiler werden mit Wasserbecken, in welchen sich aus einem Delphinkopf ein Wasserstrahl ergießt, geschmückt. Die einfacher gestaltete Rückseite ist im mittleren Teil mit einem Laufbrunnen ausgestattet; aus einem Löwenkopf ergießt sich ein kleiner Wasserstrahl in eine breite Granitschale. [..] (Darüber ist die oben genannte Inschrift)

Außerdem wird an Moest die Ausführung der beiden Reliefs vergeben. Der Auftrag wurde aus unbekannten Gründen wenig später wieder zurückgenommen und an den Berliner Bildhauer Vogel vergeben. Alle drei Künstler wurden daraufhin aufgefordert, einen Zeitplan für die Fertigstellung des Denkmals aufzustellen. Nach Schmitz sollten die gesamten Steinmetz- und Bildhauerarbeiten bis März 1895 beendet werden, damit man in Juni anliefern könnte, um Ende September das gesamte Denkmal enthüllen zu können. Von da an wurde die Spendensammelaktivität nochmals intensiviert, denn die zu erwartenden Kosten beliefen sich mittlerweile auf 100 000 Goldmark.

Die Einweihung des Denkmsl fand am Geburtstag von Augustas Sohn Friedrich, dem 18. Oktober 1896 statt. Laut seinem Bericht prunkte die ganze Stadt „in einem Meer von Fahnen und Girlanden. [...] Die Straßen entlang, die der Zug der fürstlichen Ehrengäste passieren musste, hatte sich ein zahlreiche Menschenmenge versammelt. [...] Gegenüber dem mit einer weißen Hülle verdeckten Mal waren die Offiziere, links davon die Stadtverordneten aufgestellt. Die Tribüne war dicht von geladenen Gästen besetzt.

Um Punkt 12 Uhr begann mit Hochrufen und von allen Koblenzer Männergesangvereinen gesungenen Liedern Nachruf an die Kaiserin Augusta (Litterscheidt) und Deutsches Gebet (Lindlar) der Einzug der Gäste. Es folgte eine Rede von Oberbürgermeister Schüller, in der er an die Wohltaten der Kaiserin erinnerte, und die oben zitierte Laudatio von Prinz Friedrich Leopold von Preußen. Er kam in Vertretung des Kaiserpaares, das wegen der am gleichen Tag stattfindenden Einweihungsfeier des westfälischen Provinzialdenkmals an der Porta Westfalica verhindert war.

Im Rahmen der Einweihungsfeier wurden sämtlichen Mitglieder des Komitees sowie Professor Moest mit Orden ausgezeichnet. Dem Architekten Bruno Schmitz wurde der Titel Professor verliehen. Die Gesamtkosten des Denkmalbaus betrugen laut einem Verwaltungsbericht 120 433,53 Mark.

Das Denkmal, von Kriegseinwirkungen völlig verschont geblieben, wurde 1979 mit einem finanziellen Aufwand von 72 000 D-Mark totalrenoviert. Vorgeschlagen wurde auch, eine Infotafel aufzustellen, die die Geschichte des Denkmals und der Rheinanlagen vorstellt, da schon zu diesem Zeitpunkt die außerordentliche Rolle Kaiserin Augustas nicht mehr präsent sei. Dieser Vorschlag geriet bereits wenig später in Vergessenheit.

Artikelquelle

Dieser Artikel basiert auf dem Wikipedia-Artikel Rheinanlagen_(Koblenz) vom 14. Mai 2009, 10:55 Uhr. Eine Liste der Autoren des Ursprungsartikels ist in der Wikipedia zu finden.

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